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Bundesregierung plant 11,86 Milliarden Euro ERP-Förderung 2027

Die Bundesregierung hat am 29. September 2026 einen Gesetzentwurf zum ERP-Wirtschaftsplan 2027 vorgelegt, der 11,86 Milliarden Euro für Unternehmen, Mittelstand und Start-ups vorsieht.

Von Marlene Kestner, Redakteurin Finanzierung & Deals, Deal-Report

Bundesregierung plant 11,86 Milliarden Euro ERP-Förderung 2027
Symbolbild: Startup Republic (KI-generiert)

Die Bundesregierung hat am 29. September 2026 einen Gesetzentwurf zum ERP-Wirtschaftsplan 2027 vorgelegt. Das Fördervolumen für Unternehmen, Mittelstand und Start-ups soll 11,86 Milliarden Euro betragen, 600 Millionen Euro mehr als 2026, wie aus einer Mitteilung des Bundestags hervorgeht. Die Mittel fließen in zinsgünstige Darlehen und Beteiligungskapital. Der Bundesrat hat am 25. September 2026 keine Einwendungen gegen den Entwurf erhoben.

Schwerpunkt Innovations- und Digitalisierungsfinanzierung

Der Wirtschaftsplan sieht laut Gesetzentwurf einen Schwerpunkt auf der Stärkung der Innovations- und Digitalisierungsfinanzierung vor. Ziel ist die Unterstützung vor allem mittelständischer Unternehmen mit zukunftsorientierten Technologien wie künstlicher Intelligenz. Für Beteiligungs-, Wagniskapital- und Mezzanin-Finanzierung werden Mittel bereitgestellt, darunter Finanzierungen über den High-Tech-Gründerfonds und Programme in Kooperation mit dem Europäischen Investitionsfonds.

Wie sich das Volumen von 11,86 Milliarden Euro auf Darlehen, Beteiligungskapital und Mezzanin-Finanzierung verteilt, nennt die Mitteilung nicht. Auch konkrete Förderprogramme, Konditionen, Zinssätze, Laufzeiten und Ticketgrößen für 2027 sind nicht aufgeführt. Welche Branchen und Phasen prioritär gefördert werden, bleibt offen. Das absolute Fördervolumen 2026 nennt die Mitteilung nicht, nur die Steigerung um 600 Millionen Euro.

ERP-Sondervermögen und Förderzweck

Das ERP-Sondervermögen geht auf den Marshall-Plan zurück und finanziert seit Jahrzehnten Mittelstands- und Gründungsförderung. Die Mittel werden über die KfW und andere Förderbanken ausgereicht. Der Wirtschaftsplan 2027 sieht vor, dass Mittel in Höhe von fast zwölf Milliarden Euro für die im Wirtschaftsplan genannten Förderzwecke bereitgestellt werden. Die Formulierung lässt offen, ob die Differenz zwischen 11,86 Milliarden Euro und zwölf Milliarden Euro auf Rundung oder auf unterschiedliche Zählweisen zurückgeht.

High-Tech-Gründerfonds und Europäischer Investitionsfonds

Der High-Tech-Gründerfonds investiert in technologieorientierte Start-ups in der Frühphase, typischerweise Seed-Runden. Der Europäische Investitionsfonds kofinanziert Venture-Capital-Fonds und Garantieprogramme. Beide sind seit Jahren Bestandteil der ERP-Förderung. Wie viel des Volumens 2027 in Wagniskapital fließt und wie viel in Darlehen, steht im Gesetzentwurf nicht.

Zeitplan und Inkrafttreten

Der Gesetzentwurf wurde am 28. September 2026 von der Bundesregierung beschlossen und dem Bundestag übermittelt. Wann der Bundestag über den Wirtschaftsplan beschließt und wann er in Kraft tritt, nennt die Mitteilung nicht. Üblicherweise wird der ERP-Wirtschaftsplan vor Jahresbeginn verabschiedet.

Was das für Gründer und Investoren heißt

Das Fördervolumen steigt um 600 Millionen Euro, der Schwerpunkt liegt auf Innovations- und Digitalisierungsfinanzierung. Wer 2027 eine Finanzierung plant, kann auf Mittel aus dem ERP-Sondervermögen zugreifen, die über den High-Tech-Gründerfonds und Programme mit dem Europäischen Investitionsfonds fließen. Welche konkreten Programme und Konditionen zur Verfügung stehen, wird sich zeigen, wenn die KfW und andere Förderbanken ihre Konditionenblätter für 2027 veröffentlichen. Wer sich auf ERP-Mittel verlässt, sollte wissen, dass die Verteilung auf Darlehen und Beteiligungskapital nicht öffentlich ist.