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Everphone refinanziert 15 Mio. Euro als Corporate Loan
Everphone hat am 30. September 2026 eine Refinanzierung über 15 Millionen Euro von Commerzbank und KfW abgeschlossen, berichtet Startbase. Die Finanzierung läuft erstmals als Corporate Loan über die Unternehmensbonität, die Zinsmarge sinkt um 20 Basispunkte.
Von Judith Möhring, Redakteurin Regionen & Szene, Ticker

Stand: 2. Oktober 2026. Dieses Dossier bündelt, was zur Refinanzierung von Everphone belegt ist, und erklärt die beiden Finanzierungsmodelle dahinter.
Die kurze Antwort: Everphone finanziert sein Geräteinventar seit dem 30. September 2026 über einen Corporate Loan statt über einzelne Gerätepools. Das Volumen beträgt 15 Millionen Euro von Commerzbank und KfW, berichtet Startbase. Die Zinsmarge sinkt gegenüber der bisherigen Finanzierung um 20 Basispunkte.
1. Der Vorgang in Zahlen
Everphone, Berliner Anbieter von Device as a Service, hat sich am 30. September 2026 eine Refinanzierung über 15 Millionen Euro von Commerzbank und KfW gesichert, berichtet EU-Startups. Startbase schreibt dazu, das Geld refinanziere das Geräteinventar des Unternehmens.
Laut Startbase erfolgt die Finanzierung erstmals als Corporate Loan über die Bonität des Unternehmens, nicht mehr auf Basis einzelner Gerätepools. Die Zinsmarge sinkt gegenüber der bisherigen Finanzierung um 20 Basispunkte, berichten Startbase und EU-Startups übereinstimmend.
| Angabe | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Datum | 30. September 2026 | Startbase, EU-Startups |
| Volumen | 15 Millionen Euro | Startbase, EU-Startups |
| Geldgeber | Commerzbank, KfW | Startbase, EU-Startups |
| Struktur | Corporate Loan statt Gerätepools | Startbase |
| Zinsmarge | minus 20 Basispunkte | Startbase, EU-Startups |
| Laufzeit, Tilgung | nicht genannt | Startbase |
2. Device as a Service, Asset-based Financing, Corporate Loan
Device as a Service beschreibt ein Modell, bei dem Unternehmen Endgeräte nicht kaufen, sondern gegen eine laufende Gebühr samt Service beziehen. Der Anbieter bleibt wirtschaftlich auf dem Gerätebestand sitzen und muss ihn vorfinanzieren.
Asset-based Financing heißt: Der Kredit hängt an den Vermögenswerten, hier an definierten Gerätepools. Die Bank bewertet die Geräte, nicht primär das Unternehmen. Jeder neue Pool braucht eine eigene Prüfung und eigene Konditionen.
Ein Corporate Loan funktioniert anders. Die Bank prüft die Bonität des Unternehmens und stellt eine Linie bereit, die nicht an einzelne Gegenstände gebunden ist. Genau diesen Wechsel beschreibt Startbase für Everphone: weg vom Gerätepool, hin zur Unternehmensbonität. Ein Basispunkt ist ein Hundertstel Prozentpunkt; 20 Basispunkte entsprechen 0,2 Prozentpunkten Zinsmarge.
3. Was zum Zeitpunkt der Umstellung belegt ist
Im August 2026 hat Everphone nach eigenen Angaben erstmals ein positives Ergebnis vor Steuern erreicht, berichtet Startbase. Das ist eine Unternehmensangabe, kein testierter Abschluss. Dass diese Ertragslage die Voraussetzung für den Corporate Loan war, sagt keiner der beiden Berichte; belegt ist allein die zeitliche Nähe.
Hinzu kommt die Beziehungsgeschichte. Everphone arbeitet seit zehn Jahren mit der Commerzbank zusammen, die als Hausbank fungiert, berichtet Startbase. Die KfW beteiligt sich laut Startbase über ihr Programm Venture Tech Growth Financing, Commerzbank und KfW stellen die 15 Millionen Euro gemeinsam bereit.
Jochen Eichmann, Head of Venture Tech Growth Financing bei der KfW, wird bei Startbase mit den Worten zitiert, gerade in der Wachstumsphase brauchten Scale-ups Finanzierungslösungen, die Tempo und Planbarkeit verbänden. Belegt ist damit die Aussage, nicht ihr Wahrheitsgehalt.
4. Was vorher war
Everphone erhielt 2024 eine Series D über 270 Millionen Euro, an der auch die KfW beteiligt war, berichtet EU-Startups. Die KfW ist damit kein neuer Adressat, sondern war bereits an der Eigenkapitalrunde beteiligt.
Wie hoch die Zinsmarge der vorherigen Asset-based-Finanzierung absolut lag, wird nicht beziffert; genannt ist allein die Reduktion um 20 Basispunkte, berichtet Startbase. Ohne Ausgangswert lässt sich die Ersparnis nicht in Euro umrechnen. Wir rechnen sie deshalb nicht.
5. Einordnung im Markt für Gerätefinanzierung
EU-Startups nennt im selben Beitrag zwei Vergleichsfälle aus dem Segment. Equipal sammelte im Juni 2026 18,84 Millionen Euro ein, überwiegend durch eine Forward-Flow-Facility. Raylo sicherte sich im Januar 2026 34,5 Millionen Euro, davon 23 Millionen Euro in Schulden.
| Unternehmen | Datum | Volumen | Struktur laut EU-Startups |
|---|---|---|---|
| Everphone | 30.09.2026 | 15 Mio. € | Corporate Loan, Commerzbank und KfW |
| Equipal | Juni 2026 | 18,84 Mio. € | überwiegend Forward-Flow-Facility |
| Raylo | Januar 2026 | 34,5 Mio. €, davon 23 Mio. € Schulden | Mischfinanzierung |
Die drei Fälle stammen aus einer Quelle und sind damit eine Herkunft, nicht drei. Sie legen nahe, dass Fremdkapital in diesem Segment eine tragende Rolle spielt; eine repräsentative Aussage über den Markt ist das nicht. Everphone ist in dieser Reihe der Fall, bei dem die Struktur selbst von der Sache auf das Unternehmen wechselt.
6. Zwei Lesarten
Erste Lesart: Der Wechsel zum Corporate Loan ist ein Reifezeichen. Wer auf Bonität finanziert wird, braucht keine Einzelprüfung je Gerätepool mehr und bekommt laut Startbase 20 Basispunkte günstigere Marge.
Zweite Lesart: Die Datenlage trägt diese Verallgemeinerung nur begrenzt. Everphone arbeitet seit zehn Jahren mit derselben Hausbank und hatte die KfW bereits 2024 aus der Series D an Bord, berichten Startbase und EU-Startups. Laufzeit, Tilgung und Sicherheiten des neuen Kredits nennt Startbase nicht, ebenso wenig die absolute Marge der Vorgängerstruktur. Ob hier die Profitabilität oder die Beziehungsgeschichte den Preis gemacht hat, lässt sich aus den Belegen nicht trennen.
7. Was das für Berater heißt
Aus Sicht der Redaktion ist die interessantere Zahl nicht die 15 Millionen Euro, sondern die 20 Basispunkte. Sie ist der einzige belegte Preisunterschied zwischen zwei Finanzierungsstrukturen desselben Unternehmens. Wer Scale-ups in der Fremdkapitalfinanzierung begleitet, hat damit einen dokumentierten Fall, in dem der Wechsel von der Sach- zur Bonitätsbesicherung mit einer bezifferten Margenänderung einhergeht.
Zugleich fehlt dem Fall die Vergleichsgröße. Ohne absolute Ausgangsmarge und ohne Laufzeit bleibt die Ersparnis eine Relativzahl. Wir halten fest, was belegt ist, und verzichten auf die Hochrechnung.
8. Offene Punkte
Startbase nennt weder Laufzeit noch Tilgungsmodalitäten oder Sicherheiten des Corporate Loan. Die Rolle der KfW ist über das Programm Venture Tech Growth Financing benannt, nicht aber als Direktdarlehen, Garantie oder Konsortialanteil aufgeschlüsselt. Zur Registerlage liegt uns nichts vor; eine Fremdkapitalfinanzierung erfordert keine Eintragung einer Kapitalerhöhung.
Änderungsprotokoll
- Oktober 2026: Erstfassung auf Basis der Berichte von Startbase und EU-Startups vom 30. September 2026.
Dieser Beitrag ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung.